you only had to stay background
bausel

5. Teil

„Aufstehen! Das Frühstück wird gleich serviert, danach müsst ihr zum König!“, schrie uns Schlormi in die Ohren. Schwer und ungern wachte ich auf, öffnete die Augen und erschrack, als ich diese großen Glupschaugen nur wenige Zentimeter vor meinen Augen sah. Ich schaute um mich und erschrack erneut, aber nicht so sehr wie bei Schlormi, als ich Jimmy halbnackt neben mir im Bett sitzen sah. Auch er schaute sich um. Und als wir die ganze Geschichte von gestern nochmal geistig im Schnelldurchlauf durchgegangen waren, beruhigten sich unsere Blicke - Jimmys eher wie meiner - und wir standen auf. Ich wollte mich anziehen, aber da war ja noch Schlormi. „Kannst du kurz rausgehen, ich würd mich gern anziehen.“ – „Selbstverständlich, Miss. Wenn Sie fertig sind und essen wollen, schnipsen Sie einmal mit den Fingern.“, dann schnipste er selbst mit den Fingern und war verschwunden. Ich schaute Jimmy an. „Die können ja doch zaubern. Wenn die noch mehr können, dann wird das ja echt abenteuerlich in diesem magischen Quiz.“, Jimmy stimmte mir zu, dann zogen wir uns schweigend an, wobei uns auffiel, dass unsere Klamotten frisch gewaschen, gebügelt und ordentlich zusammengelegt auf zwei Hockern neben dem Bett lagen. Als wir fertig waren, forderte ich Jimmy heraus, mit den Fingern zu schnipsen und als er es tat, passierte nichts. Er schnipste immer und immer wieder, bis er plötzlich aufhörte. „Mach du mal, immerhin hat er dir ja gesagt, dass du mit den Fingern schnipsen sollst, und nicht mir.“ Erst dachte ich, Jimmy wollte mich verarschen, aber als ich dann mit den Fingern schnipste, erschienen mit einem etwas lauterem plopp wie bei Schlormi 5 Bausel, die Schlormi ziemlich ähnlich sahen, und deckten unseren Tisch mit Goldtellern, goldenen Krügen, reichlich zu Essen und zu Trinken. Wir bedankten uns und bevor sie wieder mit einem plopp verschwanden, sagte ein Bausel: „Wenn Sie beide noch was brauchen, schnipsen Sie einfach in die Finger.“

30.1.11 23:08


4. Teil

„Hallo, Menschen. Ich werde euch nicht lange aufhalten. Unsere Höhle ist, wie euch Schlormi bereits auf dem Weg hierher erklärt hat, schon bis auf diese betrachtliche Höhe hinaufgestiegen. Wir haben uns einen Zugang in euer Haus verschafft, werden diesen aber nicht benutzen, keine Sorge. Der Zugang ist nur für euch Menschen errichtet worden, wir Bausel können ihn nicht öffnen. Der Grund, weshalb wir uns diesen Zugang verschafft haben, ist, dass ihr uns helfen müsst unsere Höhle wieder unter die Erde zu verbannen.“ -  „Und wie sollen wir das machen?“, fragte Jimmy, und es kam gerade recht, denn woher sollten wir denn wissen, wie man diese Höhle wieder unter die Erde kriegt? Wo wir doch nicht mal wissen, wie sie hier rauf kam?

„Im Geheimen Raum befindet sich ein Buch, es ist das Magische Buch. In diesem Buch stehen all die Geheimnisse des ganzen magischen Reiches, also unseres ganzen Zauberwaldes. Allerdings kann nicht jeder darin lesen. Magische Geschöpfe können nie darin lesen, die Menschen könnten es unter einer Bedingung: Sie müssen ein magisches Quiz bestehen. Dazu dürfen sie zur Hilfe ein magisches Geschöpf mitnehmen. Ihr also seid die Auserwählten, die mit unserem schlauen Schlormi den Geheimen Raum betreten sollt.“ – „Ein Quiz? Das ist ja leicht, wir müssen also nur ein paar Fragen beantworten, dann können wir in dem magischen Buch lesen und so herausfinden, wie sich eure Höhle wieder unter die Erde bewegen lässt?“ – „Wenn ihr dies als leicht bezeichnet, gut. Lasst euch aber sagen, dass dieses Quiz kein einfaches Menschenquiz ist, nein, dieses Quiz ist anders. Man wird in eine andere Welt gezaubert, muss dort Aufgaben bestehen, aus Gefahren entrinnen und seinen Kopf benutzen. Glaubt mir, das wird kein lustiges Kinderquiz. Schlormi wird euch nun in das schönste unserer Gästezimmer führen, ihr könnt es euch bis morgen überlegen, ob ihr die Herausforderung annehmt, aber seid euch zweier Dinge bewusst: wenn ihr die Reise nicht antretet, wird unser ganzes Reich und die ganze Magie auf Erden verloren gehen, für immer und ewig; wenn ihr losreist, steht euer ganzes Leben auf dem Spiel. Gute Nacht.“

„Was machen wir jetzt?“, fragte mich Jimmy, der nachdenklich am Tisch unseres Zimmers saß und keine Scheibe Brot runterbrachte. „Wenn wir ihnen nicht helfen, werden sie alle sterben, und wenn wir ihnen helfen, sterben wir vielleicht selbst und die Bausel dann auch.“ – „Ja, aber wenn wir uns von dem schlauen Schlormi ein wenig mehr erzählen lassen, können wir es doch schaffen. Wir zwei und Schlormi.“ – „Ja klar, aber ich will doch nicht, dass wir sterben.“, Jimmy war eindeutig besorgt. Klar, ich war auch besorgt, aber eben auch um die armen Bausel. „Jimmy, wir müssen ihnen helfen, du hast den König doch gehört, die Magie auf der ganzen Welt wird verloren gehen und die Bausel werden sterben und der Albertsfluss wird vertrocknen. Das ist doch scheiße, ich will nicht, dass die sterben. Und wir werden auch nicht sterben. Ich versprechs dir!“ Jimmy nahm meine Hand und sah mir ganz tief in die Augen. „Ok, wir machens, aber Schlaumi-„ – „Schlormi.“ – „Ja, Schlormi muss uns echt alles erzählen, was er weiß.“ – „Ja, das muss er wirklich. Was ist an den Dingern eigentlich so magisch, ich mein klar, sie hatten einen Wald voller Magie, Bewohner, die magisch aussahen, haben einen Fluss voller Magie und schauen auch lustig aus, aber was können die denn so magisches?“ Jimmy fand meine Frage auch interessant, aber auf die Antwort mussten wir bis morgen warten, denn Schlormi, ab jetzt unser Ansprechspartner, war schon im Bett. „Morgen wird ein anstrengender Tag, denk ich. Wir sollten wohl auch ins Bett gehen.“ Wir schauten beide auf das einzige Bett im Raum, ein gold verziehrtes Himmeldoppelbett, dessen Bettwäsche dunkelrot war und kuschelweich aussah. Wir mussten wohl beide in einem Bett schlafen. „Na dann, ab ins Bett. Zum Glück hab ich keine Freundin.“, grinste er und fing an sich auszuziehen. Geschockt schaute ich an mir runter: Heute war mein Tag der peinlichen Unterwäsche. Rosa mit Herzen, Teddies und Blümchen. Da sah ich in der hinteren Ecke des Zimmers einen Kleiderschrank, ebenfalls gold verziehrt, und öffnete ihn. Er war mit allen möglichen Kleidern vollgestopft. Allerdings eher für Jungs, als für Mädels. Ich kramte eine karrierte Boxershort und ein zu großes T-Shirt raus und zog beides an. Jimmy lag schon im Bett und studierte die Bettdecke: „Was ist das denn für ein Stoff? So eine weiche Decke hab ich ja noch nie gesehen.“ Ich legte mich neben ihn, deckte mich zu und fühlte mich noch nie so wohl wie unter dieser Decke. Bei den Menschen gab es so einen Stoff garantier nicht. Und es war so schön warm. „Da lässt es sich bestimmt gut schlafen, was meinst du, Jessie?“ Aber ich war schon in den Tiefen meiner Bausel-und-Jimmy-Träume. „Jessie?“, fragte Jimmy nochmal, sah, dass ich schon schlief und schlief dann selbst ein.

23.2.09 20:11


3. Teil

Hinter der Tür gab es wieder zwei Gänge, wir gingen durch den linken. Währenddessen erzählte uns Schlormi mehr. „Damals, als die Häuser hier noch nicht standen, war hier ein magischer Wald, durch den der Albertsfluss hindurchfloss. Es hieß, wer von dem Fluss trank, würde ewig Leben, und es hat funktioniert. Allerdings trauten sich alle anderen Waldbewohner nie, daraus zu trinken, sie hatten Angst, dass doch etwas anderes passieren könnte. Das Wasser im Albertsfluss war nicht klar und auch nicht blau, es war lila. Der magische Wald wurde nur von magischen Tieren bewohnt, Menschen, die den Wald betraten, fanden nie mehr raus, liefen tagelang durch den Wald, bis sie verhungerten. Denn an den Bäumen gab es nichts Essbares für den Menschen, an den Büschen auch nicht, das war für sie unsichtbar, genau wie der Albertsfluss. Dann aber-„ – „Existiert der Albertsfluss immer noch und wir können ihn nur nicht sehen?“ – „Oh ja, der Albertsfluss fließt noch froh und munter vor sich her, Miss. Nun ja, die Menschen bekamen mit der Zeit Angst vor dem magischen Wald, sie nannten ihn den Todeswald. Deswegen wollten sie ihn abholzen. Das gelang ihnen aber nicht, denn der Wald hatte seinen eigenen Schutz, allerdings keinen gegen Feuer. Feuer war im magischen Wald unbekannt. So brannte der magische Wald nieder, die Bewohner starben. Nur der Fluss und unser unterirdisches Reich blieben erhalten.“ Wir kamen an einer kleinen vergoldeten Tür an, auf der „Baus Bausel“ stand, vor der blieben wir stehen. Schlormi öffnete ein kleines Loch in der Tür und redete hinein. „Herr Baus Bausel, die Menschen sind hier.“ – „Kommt herein.“ Schlormi öffnete langsam die Tür und ging uns voraus in den Raum. Jimmy und ich mussten uns ducken, weil die Tür so niedrig war. Das Zimmer von Baus Bausel war zum Glück wieder höher, sodass Jimmy und ich normal darin stehen konnten. Am anderen Ende des Raumes saß auf einem schlichten braunen Thron der König Baus Bausel. Er hatte ein Krone auf, die auch nur braun war, allerdings waren seine Haare nicht schwarz und recht lang, wie die der anderen Bausel, sondern weiß und meterlang. Sie bildeten einen kleinen Hügel auf dem Boden.

13.2.09 15:52


2. Teil

Jimmy drückte leicht gegen die Wand, die schob sich zur Seite, sodass ein schmaler Spalt entstand, hinter dem man vor lauter Dunkelheit nichts erkennen konnte. Jimmy zog mich in diesen schwarzen Spalt hinein, und als sich dann die Wand hinter uns wieder an ihren alten Ort begab, sah ich erst mal nichts mehr, wurde aber immer weiter gezogen. „Jimmy, wo führt uns der Weg hin?“, da machte es kurz ritsch und ich sah wieder was. Die Ursache dafür fand ich erst, nachdem ich mich hier zweimal umgesehen hatte. Der Ort, an dem wir hier gelandet waren, konnte gar nicht existieren. Zum Einen ging der Gang gerade aus, also aus dem Haus hinaus, zum Anderen sah dieser Raum, der dem langen Gang folgte, aus, als ob er sich wie eine Höhle ganz tief unter der Erde befinden würde. Jimmys Zimmer befand sich aber im 9. Stock. Die Wände waren braun, genau wie der Boden und die Decke. Auch war der Raum recht niedrig, Jimmy konnte gerade noch stehen, dafür aber sehr weitläufig. Jetzt erst sah ich, woher das Licht kam: Von einer Fackel, aber wovon sie getragen wurde, war mir nicht ganz klar. Die Gestalt sah aus wie ein hässlicher Zwerg, er war klein, hatte lange schwarze Haare, riesige Glupschaugen, dürre lange Finger, die Ästen ähnelten, und seine Haut war braun gefleckt. Die Kleider dieses Geschöpfs waren ebenfalls braun. Jimmy sah mein verwirrtes Gesicht und versuchte auf alle meine Fragen eine Antwort zu finden. „Das ist Schlormi, ein Bausel. Die Bausel leben seit Ewigkeiten in dieser Höhle, allerdings befand sie sich einmal unter der Erde. Frag mich nicht, wie das sein kann, dass die Höhle auf einmal so weit oben ist, ob sie fliegt oder so, ich weiß es auch nicht. Aber jetzt können sie nicht mehr raus, um sich Essen und Trinken zu holen. Sie haben eine Riesen-Vorratskammer, die leert sich aber ständig, und irgendwann, wenn sie leer ist, werden die Bausel verhungern und verdursten.“ – „Genau so ist es, Mister. Die Vorratskammer ist nur noch zur Hälfte gefüllt, und der Nachwuchs wird immer hungriger. Wasser brauchen wir jetzt auch mehr, weil wir unser Geschirr und unsere Klamotten nicht mehr im Albertsfluss waschen können.“ Ich kratze mich am Kopf. Eine fliegende Höhle? Die von allein aus der Erde rausfliegt bis weit nach oben? Albertsfluss, was ist das den für ein Fluss, hier gab es gar keinen Fluss in der Nähe. Schlormi machte eine Handbewegung und ging durch eine weiße Tür. Wir folgten ihm.
29.1.09 21:27


1. Teil

 NICHT WUNDERN, DAS IST ECHT SCHEIßE UND PEINLICH, ABER WAS SOLL MAN MACHEN...

Die Bausel

Es war Nachmittag, Jimmy und ich saßen auf dem Fensterbrett seines Zimmers, das nicht sehr groß war. Es war genauso groß wie meins, denn wir waren Nachbarn. Wir besuchten uns so gut wie jeden Tag, manchmal auch in der Nacht, wenn es uns gerade nicht so gut ging. Um unsere Eltern nicht aufzuwecken, wenn wir an der Tür klingeln würden, riefen wir uns vorher kurz auf dem Handy an, und der öffnet dann die Tür. Meistens war ich bei Jimmy, denn seine Eltern waren echt lässig und ließen uns immer in Ruhe. Meine Eltern dagegen stritten sowieso nur und nervten den ganzen Tag. Dazu kam noch meine kleine Schwester, die ich ja wirklich lieb hab, aber sie stört auch immer, wenn es grade nicht passt. Wir saßen also auf seinem Fensterbrett, er mit seiner Gitarre und ich mit einem Notizblock und Stift in den Händen, und schrieben einen Song. Das machten wir fast jeden Tag. „Ich geh schnell was trinken. Willst du auch was?“ – „Ja bitte, Kirschsaft.“

 Was sonst? Jimmy trank fast nur Kirschsaft. Ich ging in die Küche, wo Jimmys Vater beim Zeitunglesen saß. Er las sehr viel Zeitung. Er war auch ein sehr gebildeter Mann und half sowohl Jimmy, als auch mir bei den Hausaufgaben. Ich holte zwei Gläser, den Kirschsaft und Wasser. „Na, Jessie? Alles klar bei dir?“ – „Ja, schon. Und bei dir?“ – „Wie immer, Jessie. Hast du das schon gehört mit dem Mann, der seine Familie umgebracht hat und anschließend sich selbst?“ – „Ja, hab ich gehört. Ganz schön schrecklich. Wie man sowas nur machen kann.“ Unsere Gespräche liefen meistens so ab. Es musste auf jeden Fall etwas Aktuelles darin enthalten sein, mehr schlaue Sätze, verlangte er gar nicht. Ich ging mit dem Trinken wieder in Jimmys Zimmer. „Hier, dein Kirschsa… Jimmy? Wo bist du denn?“ Da wo vorher noch Jimmy saß, lag nur noch seine Gitarre, er selbst war aber nicht mehr im Raum. Ich ging zum Bad, da war er nicht, dann ging ich erneut in die Küche, und sein Vater wusste auch nicht, wo er ist. Im Wohnzimmer war er auch nicht, und seine Mutter, die gerade bügelte, hat auch nicht mitbekommen, dass Jimmy irgendwohin gegangen sei. Sie stellte ihr Bügeleisen zur Seite und ging mit mir in Jimmys Zimmer. Da saß er wieder auf dem Fensterbrett. „Aber da sitzt er doch, Jessie.“ – „Ja, hab ich wohl nicht richtig hingeschaut.“ Jimmys Mutter verließ das Zimmer wieder.

„Wo warst du denn, Jimmy?“ – „Wenn ich dir das erzähl, dann glaubst du mir das nie.“

Nachdenklich sah er aus dem Fenster, von dem man einen sehr schönen Ausblick genießen konnte, denn wir befanden uns im 9. Stock. Auf einmal sprang Jimmy auf, nahm meine Hand und zog mich zum hinteren Ende des Fensterbretts, vor den Vorhang. Ich schaute ihn verwundert an. Er aber zog den Vorhang zurück, aber da war auch nicht mehr wie die Wand zu sehen.
26.1.09 19:52


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